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Geschichte der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun

Die Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun entstand 1969 durch freiwilligen Zusammenschluß der selbständigen Gemeinden Hochstetten, Hochstädten und Dhaun. Mit rund 1700 Einwohnern und cirka 12,6 qkm Gemarkungsfläche ist Hochstetten-Dhaun die zweitgrößte Ortsgemeinde in Kirn-Land. Dhaun liegt auf einer Höhe von 340 m über NN, Hochstädten und Hochstetten auf 180 m über NN. Die einzelnen Ortsteile, einschließlich St. Johannisberg und der Karlshof, sind durch die Kreisstraße 9 miteinander verbunden. Der Ortsteil Hochstetten liegt zudem an der Bundesstraße 41, was sich für die Ansiedlung eines Industrie- und Gewerbegebietes als Standortvorteil erwies.

Der Ortsname Hochstetten findet um 1100 erstmals in einer Mainzer Urkunde für das Kloster Disibodenberg Erwähnung, worin ein gewisser Grundbesitzer namens "Ludovicus de Hosteden" (Ludwig von Hochstetten) dem Kloster Güter schenkte, die er in dem Dorf Merxheim besaß.
Der Ortsteil Hochstetten am linken Naheufer hieß früher "Nächsthochstetten", während der Ortsteil Hochstädten auf der anderen Flußseite "Überhochstetten" genannt wurde. Beide Dörfer waren Bestandteil des wild- und rheingräflichen Amtes Dhaun und bildeten die Schultheißerei Hochstetten. Das Amt Dhaun bestand im Jahr 1515 aus der Burg, dem Städtchen Dhaun, dem Dorf und der Vogtei Simmern unter Dhaun, den Dörfern Über- und Nächsthochstetten sowie Anteilen an Kirn, Bergen, Rhaunen und Hausen.

Nach der verlorenen "Dhauner Fehde" mußte im Jahr 1342 Wildgraf Johann das Dorf dem Erzbischof Balduin von Trier übergeben, der seinerseits den Wildgrafen wieder damit belehnte. Auch die Grafen von Veldenz hatten in Hochstetten Güter und Rechte. Im Jahr 1426 hatte Vogt Johann von Simmern unter Dhaun das halbe Dorf und Gericht zu Überhochstetten vom Dhauner Wildgrafen zu Lehen.

Infolge der französischen Verwaltungsneuordnung von 1798 trennten sich die Wege der beiden "Hochstetten", zumindest was die amtliche Zuordnung anging. "Nächsthochstetten" wurde Bestandteil der Mairie Kirn im Département Rhein und Mosel, während "Überhochstetten" der Mairie Merxheim zugeordnet wurde. Zur besseren Unterscheidung der beiden gleichnamigen "Hochstetten", die nun verschiedenen Départements (vergleichbar Regierungsbezirke) angehörten, wurde das alte "Überhochstetten" in Hochstädten gewandelt.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurden Hochstetten und Dhaun der preußischen Bürgermeisterei Kirn zugeteilt. Hochstädten verblieb bei der Oberschultheißerei Merxheim im hessen-homburgischen Oberamt Meisenheim. Mit der Auflösung des Oberamtes und der Neubildung des preußischen Landkreises Meisenheim im Jahr 1869 wurde Hochstädten Bestandteil der Bürgermeisterei Meddersheim. Nach deren Auflösung kam Hochstädten 1940 zum Amt Kirn-Land.
Hochstetten-Dhaun hat sich zur Wohn- und Gewerbegemeinde entwickelt. In früherer Zeit waren lediglich die Hochstettener Steinbrüche von industrieller Bedeutung. Seit 1970 ist die Ortsgemeinde staatlich anerkannter Erholungsort.

Mit Schloß Dhaun und der Stiftskirche St. Johannisberg hat sie zwei Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, die zu den bedeutendsten kulturellen Stätten des Kirner Landes gehören. Die alte wildgräfliche Hauptburg Dhaun ist durch die Initiativen des Zweckverbandes Schloß Dhaun zudem zur "Lernburg" umgestaltet worden, wo seit 1957 die Heimvolkshochschule Schloß Dhaun zu Seminaren im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung einlädt. Gern besucht wird auch der geologische Lehrpfad, ein Rundwanderweg, auf dem Abschnitte der erdgeschichtlichen Entwicklung unserer Region aufgezeigt werden.
Die Mehrzahl der Einwohner sind evangelisch und jeder Ortsteil hat eine Kirche. Das zuständige Pfarramt für die evangelische Kirchengemeinde ist St.Johannisberg. Die katholischen Einwohner gehören dem Pfarramt Kirn an.
Die Ortsgemeinde unterhält einen Drei-Gruppen-Kindergarten, der 1973/74 erbaut wurde. In Hochstetten befindet sich außerdem eine Grundschule, die als Außenstelle der Grundschule Simmertal geführt wird.
Das Vereinsleben ist in der Ortsgemeinde sehr stark ausgeprägt und von vielerlei Aktivitäten gekennzeichnet.

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