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Geschichte der Ortsgemeinde Königsau

Zwischen Kellenbach und Gemünden/Gehlweiler liegt an der Bundesstraße 421 die Ortsgemeinde Königsau. Die Höhe der Ortslage beträgt 220 m über NN. Gut zwei Drittel der cirka 2 qkm großen Gemarkung ist bewaldet. Das Dorf hat rund 100 Einwohner.
Königsau wird im Jahre 1325 als "Kunigesauwe" urkundlich erwähnt. Spätere neuzeitliche Schreibformen des Ortsnamens waren "Königß Auen" (1601) und "Kinzau" (1766), wobei die letztere Namensform in der mundartlichen Ortsbezeichnung "Kinze" bis heute weiter existiert.
Der mittelalterliche Ortsname dürfte auf das althochdeutsche "cuning" (König) zurückgehen. Vermutlich war das Gebiet um Königsau/Kellenbach einmal Königs- bzw. Reichsgut. Zu dieser Deutung scheint auch die Rolle der Herren von Stein (Steinkallenfels) zu passen, die als Reichsministeriale im Hochgericht Kellenbach die Gerichtsbarkeit ausübten.

Im Jahre 1325 erwarb der Trierer Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg von dem Ritter Friedrich von Steinkallenfels Anteile an Gütern und Rechten, die der Steinkallenfelser in Königsau und Schwarzerden besessen und vom Besitz des Grafen Johann von Sponheim getrennt hatte. 1334 kaufte der Erzbischof u.a. auch einen Mühlenplatz in Königsau, der unter seinem Nachfolger Boemund II. von Trier an den Steinkallenfelser Ritter Tilmann vom Stein, den Erbauer der Burg Wartenstein, als Lehen vergeben wurde.
Die Trierer Besitzungen und Rechte in Königsau wurden in der Folgezeit von den Erzbischöfen als Afterlehen an verschiedene Familien des mittelrheinischen Adels weitergegeben, wie zum Beispiel die von Elz, von Rüdesheim, von der Leyen und die Vögte von Hunolstein.
Für das 17./18. Jahrhundert sind die Hoheitsrechte nicht geklärt. Obgleich in Königsau trierisches Landrecht herrschte, war die Landeshoheit strittig. Diese beanspruchte einerseits Kurtrier, während andererseits der Freiherr von Warsberg das Dorf als reichsritterschaftliches Gut betrachtet sehen wollte. Königsau war außerdem Bestandteil des Gerichts Kellenbach, das dem sponheimischen Amt Kirchberg unterstand. 1708 ging durch die Teilung der Vorderen Grafschaft Sponheim das Amt an den Markgrafen von Baden über.

Königsau gehörte ab 1800 zur Mairie Kirn. Unter preußischer Verwaltung kam der Ort zur Bürgermeisterei Gemünden im Landkreis Simmern. 1988/89 wurde ein Dorfplatz angelegt und von Mitgliedern des ortsansässigen Heimatvereines ein schöner Dorfbrunnen in Eigenleistung errichtet.

 

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