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Geschichte der Ortsgemeinde Oberkirn

Ortsansicht OberkirnDie im Schutz bewaldeter Hügel höchst anmutig über der Mündung des Eschenbachs in die Kyr gelegene Ortschaft besitzt zwei sehenswerte Gotteshäuser. Die evangelische Kirche am oberen Dorfrand erhebt sich über den Fundamenten eines Landhauses (villa rustica) aus der Römerzeit. Der gegenwärtige Bau entstand im schlichten gotischen Stil wenige Jahre vor 1400 und diente als Grablege der Schenken zu Schmidtburg, einer Seitenlinie jener mächtigen Grafendynastie aus dem Hahnenbachtal. Eindrucksvoll erinnert die außen an der Kirchenwand lehnende figürliche Grabplatte des 1573 verstorbenen Franz Brune von Schmidtburg an die fernen Zeiten, als noch solche Rittersleut' wie er hierzulande das Kommando führten. Da präsentiert er sich jetzt, in einen harten Harnisch gezwängt und mit fromm aneinandergelegten "Panzerfäusten", überblickt seinen einstigen Beritt und ist offenbar darüber verdutzt, wie anders die Welt doch geworden ist.

Die katholische Kirche, 1794 geweiht, erhebt sich - wahrhaft felsenfest - auf einem massiven Schieferhang mitten im Dorf.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Abbau von Dachschiefer in 21 Gruben rings umher die Haupterwerbsquelle der Oberkirner. Heute zeugen nur noch die zahlreichen Halden und mehrere Dutzend Stollenöffnungen am Talhang des Kyrbachs von dieser bergmännischen Vergangenheit. Und jenseits der schönen Kyrbachbrücke, die im Jahr 1878 von dem einheimischen Baumeister Philipp Klein ganz aus Schieferstein erbaut wurde, zeugt in einer Felsnische die Figur der Heiligen Barbara - Schutzpatronin der Bergleute - von traditioneller und bis heute tief eingewurzelter Volksfrömmigkeit. Und auf der Hügelkuppe über Oberkirn steht am Rand der Straße nach Schwerbach ein großes Wegkreuz, dessen Inschrift das althergebrachte Gottvertrauen der Hunsrücker in gereimte Worte fasst: "Denke dran, wenn Stürme toben, dass du nicht alleine bist. Einer hält die Hand erhoben, der der Herr der Stürme ist!"

 

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