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Geschichte der Ortsgemeinde Schneppenbach

Die Ortsgemeinde Schneppenbach im nordwestlichen Bereich der Verbandsgemeinde grenzt an den Landkreis Birkenfeld und den Rhein-Hunsrück-Kreis. Das Lützelsoon-Dorf an der Landesstraße 184 liegt 424 m über NN und hat rund 285 Einwohner. Die Ortsgemarkung ist cirka 3,3 qkm groß.

Ebenso wie Bruschied gehörte der Ort im Mittelalter zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin vor Trier.

Die Ortsgeschichte von Schneppenbach ist mit der auf seiner Gemarkung errichteten Schmidtburg eng verbunden. Die Burg, deren Entstehung auf das Jahr 926 zurückgeht, ist eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum und war vermutlich Stammsitz der Grafen im Nahegau, der Emichonen. Als deren Teilerben und Rechtsnachfolger übernahmen die Wildgrafen die Burg. Interne Familienstreitigkeiten der Wildgrafen führten jedoch dazu, daß die Burg um 1330 in den Besitz des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg überging. Unter Balduin erfolgte der Ausbau der Schmidtburg, die in der Folgezeit Sitz des kurtrierischen Amtes Schmidtburg wurde.

Im Jahr 1563 waren es in Schneppenbach neun, im Jahr 1684 fünf und im Jahr 1715 elf Haushaltungen, die zum kurtrierischen Amt Schmidtburg gehörten. Um 1650 erscheint als Ortsherr der Ritter Cratz von Scharffenstein. Schneppenbach bildete zusammen mit Bruschied ein "Ingericht". Die Einwohner der beiden Dörfer besaßen zwar eine Kapelle, besuchten jedoch den Hauptgottesdienst in Bundenbach.

Mit der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform von 1798 wurde das Schmidtburger Amt aufgelöst. Schneppenbach kam zur neugebildeten Mairie Kirn. Dort verblieb die Gemeinde bis zum Ende der französischen Herrschaft und kam dann im Jahr 1817 zur Bürgermeisterei Gemünden im preußischen Landkreis Simmern.
Die meisten der Schneppenbacher Einwohner sind katholisch. Die katholische Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei St. Franz Xaver in Bruschied und wird vom Pfarramt in Oberhausen verwaltet. Die evangelischen Einwohner werden von Gemünden aus betreut.
Die denkmalgeschützte katholische Kapelle in Schneppenbach erbaute im Jahr 1768 der salm-kyrburgische Hofbaumeister Johann Thomas Petri, auf dessen Pläne zahlreiche, im 18. Jahrhundert errichtete, herrschaftliche Gebäude im Kirner Raum zurückgehen.
Mit der Ruine Schmidtburg im Hahnenbachtal verfügt die Ortsgemeinde über eines der bedeutendsten kulturellen Denkmäler in der Nahe-Hunsrück-Region. Nach Freilegungs- und Sicherungsarbeiten an der von der Natur fast völlig überwucherten Ruine erhalten die Besucher wieder eine Vorstellung von der Größe und einstigen Bedeutung der imposanten Anlage.
Schneppenbach wird als "kleines und gepflegtes, typisches Hunsrückdorf in reizvoller Lage" beschrieben.

 

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