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Geschichte der Ortsgemeinde Simmertal

Unweit der Mündung des Simmerbaches in die Nahe liegt auf einer Höhe von 190 m über NN die Ortsgemeinde Simmertal. Ihre Gemarkungsfläche ist 8,1 qkm groß. Die Bundesstraßen 41 und 421 sowie die Landstraße 230 bilden bei Simmertal einen Verkehrsknotenpunkt. Mit cirka 2070 Einwohnern ist Simmertal die einwohnerstärkste Ortsgemeinde in Kirn-Land. Ihr früherer Ortsname Simmern unter Dhaun wurde 1971 in Simmertal geändert.

Der Ort wird bereits 841 in einer Urkunde des alten Reichsklosters Fulda als "Simere" erwähnt. Zusammen mit Brauweiler, Horbach, Weitersborn, dem Gonrather Hof und Martinstein bildete "Simere" im Mittelalter eine Großgemarkung, die in Form der "Markgenossenschaft" bewirtschaftet wurde. Die Grundherrschaft lag bei der Reichsabtei St. Maximin vor Trier, die ihren Fernbesitz von König Karl III. von Westfranken im Jahr 912 urkundlich bestätigt bekam. "Simere" war der Hauptort der Großgemarkung, wovon aus auch die kirchliche Betreuung der Ausbauorte erfolgte. Eine dem heiligen Maximin geweihte Kirche wird 1140 urkundlich erwähnt. Mit der Gerichts- und Verwaltungshoheit innerhalb der Grundherrschaft "Simere" waren die Wildgrafen von Dhaun belehnt, die diese Amtsbefugnis in der Folgezeit durch Ministeriale ausüben ließen. Der ehemalige Ortsname von Simmertal weist auf die während der Feudalzeit geltende verwaltungsrechtliche Zugehörigkeit zum wild- und rheingräflichen Amt Dhaun hin.
Mit der französischen Verwaltungsreform von 1798 kam der Ort zur Mairie Monzingen, aus der später die Bürgermeisterei bzw. das Amt Monzingen wurde. Nach dessen Auflösung kam Simmern unter Dhaun im Jahr 1970 zur Verbandsgemeinde Kirn-Land.

Gegenüber dem Jahr 1950 hat sich bis heute die Einwohnerzahl des Dorfes fast verdoppelt, der Ort sich zur modernen Wohn- und Gewerbegemeinde entwickelt. Ihren Standortvorteil konnte die Ortsgemeinde für die Ausweisung eines Gewerbegebietes am Ortseingangsbereich nutzen.

Simmertal gehört zum Erholungsgebiet "Nahe-Kellenbachtal-Soonwald" und ist staatlich anerkannter Erholungsort. Im alten Ortskern steht die evangelische Kirche von 1730, in der eine renovierte und erweiterte Stumm-Orgel ein Glanzstück darstellt. Am Eingang zur Kirche befindet sich das spätgotische Rathaus von 1499, das als das älteste Bauwerk seiner Art im Naheraum gilt. In seinen Räumen ist ein Museum mit fossilen und mineralischen Exponaten sowie mit pflanzen- und vogelkundlichen Sammlungen eingerichtet. Ein weiteres Museum mit Produkten der Former und Eisengießer befindet sich im Simmertaler Gewerbegebiet.

Die Ortsgemeinde beherbergt das Pfarramt der evangelischen Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun, welchem auch die evangelischen Christen in Brauweiler, Horbach, Martinstein und Weitersborn angehören. Für die katholischen Ortseinwohner ist die Pfarrei Martinstein zuständig.

Der 1972 erbaute Kindergarten gegenüber der Grundschule wird auch von den Kleinen aus Brauweiler, Horbach und Heinzenberg besucht.

In der Ortsgemeinde gibt es ein breites Vereinsspektrum, das vielfältige Aktivitäten aufweisen kann.

 

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