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Geschichte der Ortsgemeinde Sulzbach

Ortsansicht SulzbachDieser kleine Hunsrückort ist Ausgangspunkt zweier Entwicklungen, die Weltgeltung erlangt haben: der Montanindustrie und des Orgelbaus. Der Sulzbacher Dorfschmied Johann Nikolaus Stumm (geb. 1669) kaufte mehrere alte Hunsrücker Hammerwerke und betrieb sie mit derart durchschlagendem Erfolg, dass er zum Ahnherrn der saarländischen Verhüttungsindustrie wurde. Die nachmaligen Freiherrn und "Eisenbarone" Stumm dominierten und prägten die Wirtschaftsgeschichte der Saarregion für gut zwei Jahrhunderte. War Johann Nikolaus sozusagen "der Mann fürs Grobe", so entschied sich sein jüngerer Bruder, der Johann Michael Stumm (geb. 1683), gewissermaßen fürs Feine: Der gelernte Goldschmied und Musikliebhaber wurde zum Begründer der Orgelbauer-Dynastie Stumm. Sein letztes Instrument, 1746 fertig gestellt, tut noch heute in der Kirche seiner Heimatgemeinde seinen Dienst. Dem wuchtigen Turm dieses schon 1326 geweihten Gotteshauses ist übrigens noch die einstige Funktion als Wehrkirche anzusehen. Die erste aller Stumm-Orgeln war 1723 in der evangelischen Pfarrkirche des Nachbarorts Rhaunen aufgestellt worden. Insgesamt haben Johann Michael Stumm und seine Nachfahren in Sulzbach rund 370 Orgeln gefertigt und in Kirchen des Großraums zwischen Saarbrücken, Karlsruhe und dem Mittelrhein aufgestellt.

In unmittelbarer Nähe Sulzbachs liegt der historische Marktplatz Heuchelheim an der Gabelung eines uralten Handelswegs vom Glan zur Mosel. Ein Zweig dieser schon seit der Bronzezeit begangenen, zur Römerzeit ausgebauten und noch im Mittelalter weiterbenutzten Route führte über Rhaunen und Büchenbeuren nach Enkirch, indes der andere geradewegs über den Idarkopf zum Sirona-Heiligtum verlief, um schließlich im Distrikt Zolleiche in die antike Ausoniusstraße (von Bingen nach Trier) einzumünden. Markt Heuchelheim war übrigens Standort einer keltisch-römische Kultstätte, die späterhin als Thingplatz des mittelalterlichen Hochgerichts Rhaunen diente. Das noch 1829 mit "Galgenfeld" bezeichnete und nach 1870 um die attraktive Baumgruppe eines sogenannten "Kaisergartens" bereicherte Gelände ist heute als Picknick- und Freizeitplatz beliebt.

 

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