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Geschichte der Ortsgemeinde Weitersborn

Die Ortsgemeinde Weitersborn ist über die Kreisstraßen 4 und 15 mit der Bundesstraße 421 im Kellenbachtal und der Soonwaldstraße 230 verbunden. Das etwa 270 Einwohner zählende Dorf hat eine Gemarkungsgröße von 3,1 qkm und liegt in einer Höhe von 380 m über NN auf der Soonvorstufe.

Der Ortsname taucht in Quellen des 15. Jahrhunderts als "Wyttersburen" oder "Witersburen" (1484) auf. 1515 heißt der Ort "Witersborn", 1531 "Weytherßborn", 1555 "Weitersborn". Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ist also eine Umdeutung der Endung "-buren" (ahd. "buri" = "Behausung") zu "-born" (= "Brunnen") erfolgt.

Einer Nachricht aus dem Jahre 1542 zufolge gab es ein Dorf "Weitersborn unter dem Zoll" im Bereich der Grundherrschaft von St. Maximin vor Trier. Vermutlich ist damit das jetzige Dorf gemeint, zumal die Grundherrschaft dieser Trierer Reichsabtei sehr weit reichte. Ebenso wie Brauweiler und Horbach war Weitersborn wahrscheinlich eine Ausbau- und Rodungssiedlung von Simmern unter Dhaun, die auch kirchlich von dort aus betreut wurde. Die Hochgerichtsbarkeit lag zunächst bei den Dhauner Wildgrafen und ging dann an die Grafen von Sponheim-Kreuznach. Im 14. Jahrhundert war Weitersborn größtenteils im Besitz der sponheimischen Nebenlinie der Herren von Koppenstein. Im Jahr 1601 gab es in Weitersborn acht Familien, die sponheim-koppensteinische Untertanen waren. Zum Amt Koppenstein zählten außer Weitersborn die Dörfer Brauweiler, Gehlweiler, Henau, Kellenbach, Schlierschied, Schwarzerden und Seesbach.

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts war Weitersborn Bestandteil der Herrschaft Martinstein, die der Reichsritterschaft angehörte und ehemals aus einer Pfandschaft des Erzbischofs und Kurfürsten von Mainz herrührte. Als Ortsherren finden sich für Weitersborn u.a. die Herren von der Leyen, die Vögte von Hunolstein und Herren von Schönborn. Eine dem heiligen Antonius geweihte Kapelle in Weitersborn wird 1468 erstmals erwähnt. Im 18. Jahrhundert kam Weitersborn unter die Landesherrschaft des Markgrafen von Baden. In den Jahren 1784/85 wanderten aus Weitersborn 40 % der cirka 170 Einwohner aus.

Mit der französischen Verwaltungsreform von 1798 kam Weitersborn zur Mairie Monzingen. Einer statistischen Erhebung vom Jahr 1810 zufolge zählte man damals im Dorf 25 Wohnhäuser, 27 Familien und 144 Einwohner, wovon etwa ein Drittel katholisch und zwei Drittel evangelisch waren. Weitersborn gehörte bis zu seiner Zuteilung zur Verbandsgemeinde Kirn-Land zum ehemaligen Amt Monzingen. Um 1950 war noch etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Dieser Anteil verringerte sich in der Folgezeit stetig.

Die evangelische Kirche von Weitersborn, an der 1991 umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden, ist eine Filialkirche der evangelischen Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun. Die Katholiken gehören zum Katholischen Pfarramt St. Laurentius in Seesbach.

Ein Schmuckstück des Dorfes ist das Dorfgemeinschaftshaus. Wie der Ortsname bereits andeutet, ist Weitersborn reich an ergiebigen Wasserquellen, woraus auch die Gemeinden Kellenbach, Königsau, Simmertal, Martinstein, Schwarzerden und Henau mitversorgt werden.

 

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